Eine Betrachtung anläßlich der Aufstellung eines Holzschildes "An der Furth" am 17. April 1994

 

 

 

 

  

 

 

Eine Furth ist eine flache Stelle in einem Bach

 
An diesem Pfahl zeigt das zweite Schild "Im Dicken Ort" nach rechts in Richtung Dorf

Unten das 2013 aufgearbeitete Doppelschild

 



Eine Furth ist eine flache Stelle in einem Gewässer, die früher mit Pferdewagen und auch zu Fuß durchquert werden konnte. Dies ist bei unseren Heideflüssen nicht überall gegeben. Neben der geringen Wassertiefe muß das Flußbett, wie auch die Ein- und Ausfahrt einen tragfähigenund nicht moorigen oder quelligen - Untergrund haben

Hier in Eitze gab es nun solch eine geeignete Stelle, die bestimmt seit Jahrhunderten genutzt wurde.
Dies war fürwahr ein guter Grund hier ein weiteres hölzernes Hinweisschild aufzustellen. 

Die nachfolgenden Hinweise sollen ein wenig Information zur speziellen Nutzung dieser Furt und deren Veränderung geben. Die höhenmäßige Anpassung des heutigen Gohbachsteges erfolgte erst Ende der 60er Jahre. Die Anfahrt von dieser Seite (Weitzmühlener Straße) war früher etwa 3-4 m breiter. Den bepflanzten Grünstreifen mit Tannen und Rododendronbüschen zu Beginn der Straße "Am Gobach" gab es noch nicht.
Mit der verstärkten Nutzung von Traktoren in der Landwirtschaft der 50er Jahre waren gut ausgebaute Wege auf denen man schnell zum Acker kam wichtiger als "nasse" Abkürzungen durch diese Furt. Die Bedeutung der Furt wurde immer geringer. Zunächst wurde noch Vieh durch die Furt getrieben und Kartoffelsäcke aus Jute vom Wagen aus im Gohbach gewaschen. Ebenso nutzte die in Verden vor dem 2. Weltkrieg stehende bespannte Artillerie die Furt um Manschaft und Pferde an solche Praxisbedingungen zu gewöhnen. Schließlich waren es nur noch Reiter der Hubertusjagden, deren Strecke zur Steigerung der Schwierigkeit durch die Furt führten. Damit ging die Nutzung dieser Furt langsam zu Ende.
Die Eitzer Furt hatte eine besondere Bedeutung für die Landwirte aus dem Dicken Ort, die ihre Ländereien im Westerfeld und auf dem Moor hatten. Es gab zwar eine Holzbrücke an der Mühle und die Melkerbrücke, die aber wegen der hohen Unterhaltungskosten den Kunden der Mühle bzw. "Interessenten" (Melkerbrücke = Interessentenbrücke) vorbehalten war.